Neuroorthopädie
Dem Begriff „Neuroorthopädie“ fehlt eine allgemein verbindliche Definition. Bereits Hippokrates beschreibt in seinem Werk „Peri Arthron” im Jahre 460 v. Chr., dass Wirbelsäulenverletzungen zu Querschnittlähmungen können. Galen von Pergamon (129–200 n. Chr.) begründete die „Etagendiagnostik“. Er war bereits in der Lage, anhand von sensiblen Ausfällen die Höhe einer Wirbelsäulenschädigung zu bestimmen. Die enge räumliche Nachbarschaft von Strukturen des Bewegungsapparates sowie peripheren Nerven und Rückenmark sind ursächlich dafür, dass primär orthopädische Erkrankungen zu neurologischen Störungen führen und umgekehrt. Als klassisches Beispiel und wohl mit Abstand häufigstes neuroorthopädisches Leiden sind die so genannten Ischiasbeschwerden zu nennen. Hierbei kommt es zu einer hochschmerzhaften Störung von Nervenwurzeln durch Druckschädigung infolge eines Bandscheibenvorfalles, einer knöchernen Enge des Wirbelkanals oder eines Gleitwirbels.
Neuromuskuläre Erkrankungen
Anatomisch handelt es sich um Erkrankungen, die die Strukturen beginnend am Rückenmark über den peripheren Nerv bis hin zur Muskelzelle betreffen können. Speziell im Bereich der Myopathien ist in den vergangenen Jahren ein immenser Wissenszuwachs zu verzeichnen. Daher ist ein fachübergreifender Austausch mit Ärzten aus der Neuropathologie, der Pädiatrie und der Humangenetik notwendig, der durch regelmäßig stattfindende Konferenzen mit den Experten der entsprechendenn Fachdisziplinen der Universität Freiburg gewährleistet ist. Sicherlich ist der Neurologe primärer Ansprechpartner für die Diagnostik und Therapie neuromuskulärer Erkrankungen. Aber erst durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen wie Internisten, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Augenärzten, Humangenetikern, Orthopäden und Kinderärzten lassen sich die Begleiterkrankungen von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen umfassend behandeln. In der MediClin Seidel-Klinik wird dies durch die interdisziplinäre Behandlung innerhalb der Klinik und durch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg erreicht.